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Google Analytics

Aussagekräftige Analysen mit Segmenten in Google Analytics

Das Google Analytics ein mächtiges Tool ist, muss ich dir als regelmässigen Leser des Blogs nicht mehr sagen. Trotzdem möchte ich auf eine Funktion eingehen, welche meist vernachlässigt wird, die jedoch elementar für aussagekräftige Analysen von Webtracking Daten ist – die Segmente!

Als ich nach meinen Ferien zurück ins Büro gekommen bin und mich durch meinen Email-Posteingang durchgekämpft habe, so bin ich auf eine Email gestossen, welche von meinem Arbeitskollegen an einen Verteiler des Kundenprojekts geschickt wurde. Darin ist eine 20-seitige Powerpoint Präsentation mit PrintScreens aus Google Analytics sowie zwei Folien mit Erkenntnissen aus diesen Daten. Ich habe mir die Folien rasch durchgesehen und musste dann schnell einsehen, dass diese Daten weder aussagekräftig, noch sinnvoll zu interpretieren sind. So war auf einer Folie aufgezeigt, von welchen Trafficquellen die Besucher gekommen sind und wie viel Umsatz diese im Online-Shop gebracht haben. Interessanterweise war vor allem der Direct Traffic sehr hoch, was natürlich meinen Arbeitskollegen freute. Da zum selben Zeitraum eine Plakatkampagne lief, welche auf den Online-Shop aufmerksam machte. So hiess es im Report, dass die Plakatkampagne sehr erfolgreich ist. Und es wurde aus ausgelobt, wie viel Umsatz die Plakate brachten.

Auch auf weiteren Folien kamen Aussagen, die ich nicht nachvollziehen konnten – nein sogar gefährlich fand. Aber zurück zum Direct Traffic. Wenn ich ein Plakat sehe, welches mich anspricht, dann zück ich mein Smartphone hervor und gebe die URL auf dem Plakat im Browser ein. Weil, wenn ich dass nicht mache, vergesse ich die URL bzw. das Plakat und das ich die beworbene Seite besuchen wollte. Und so wird es sicherlich vielen gehen. Wenn man ein Plakat sieht, geht man nicht nach Hause, startet seinen Computer und gibt die URL im Browser ein – dass passiert heute alles per Smartphone.

Wenn ich nun also den Direct Traffic in zwei Segmente aufteile, sehe ich schnell, ob sich die These betreffend dem Plakat bewahrheitet hat. So habe ich zwei Segmente mit der Trafficquelle und dem Gerät Smartphone und ein Segment mit dem Desktop erstellt. Und schon sehe ich, ob die “Plakat”- These stimmen kann. Im Falle der obenstehenden Geschichte war es so, dass der grösste Teil des Traffics per Desktop kommt. Also kann das Plakat gar keinen so grossen Einfluss gehabt haben. Wenn ich nun das Segment erweitere mit der Besuchshäufigkeit der Nutzer, so sehe ich, dass rund 75% der Besteller bereits einmal auf der Seite waren, und auch schon Bestellungen abgegeben haben.

Ihr seht also, dass mit den Daten eine Vielzahl von Erkenntnissen hergeleitet werden können, und diese zum Glück dank den Segmenten noch besser überprüft und bestätigt oder eben verworfen werden können.

Es gibt keine “must have” Segmente

Ich möchte Euch in diesem Beitrag jetzt nicht die “must have” Segmente aufzeigen, da diese von Website zu Website und Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich ausfallen. So kann ein Online-Shop ganz andere Segmente erstellen bzw. auswerten wollen, als eine Unternehmenswebsite oder eine Landingpage. Wichtig ist jedoch bei allen Websites, dass nicht der ganze Traffic in einen Topf geworfen und ausgewertet wird. Nachfolgende habe ich einige Segmente aufgeführt, die euch als Inspiration für noch bessere Daten-Analysen dienen sollen.

  • Aufsplittung nach Geräten (Mobile, Desktop, Tablet)
  • Nutzer analysieren, welche das erste Mal auf der Website sind
  • Nutzer, die bereits für mehr als Betrag X eingekauft haben
  • Nutzer, die mehr als 5 Seiten in der Session angeschaut haben
  • Nutzer, welche die interne Suche genutzt haben
  • Nutzer, die per Facebook Ads auf die Seite gekommen sind
  • Nutzer, die ein Formular abgesendet haben
  • Nutzer, die sich registriert haben
  • Nutzer, die per organischer Suche auf die Seite gekommen sind
  • Nutzer, welche zwei oder mehr Keywords in der organischen Suchabfrage integriert haben.
  • Nutzer, die als Versandart “Abholung” gewählt haben
  • Nutzer, die mittels Kreditkarte bezahlt haben
  • Nutzer, welche über eine bestimmte Kampagne auf die Seite gekommen sind
  • und noch viele weitere Segmente

Interessant wird es, wenn die Webtracking-Daten mittels unterschiedlichen Segmenten gegenüber gestellt werden. Wenn also geschaut wird, wie sich Nutzer mit der Trafficquelle organischer Suche gegenüber der bezahlten Suche verhalten. Oder wie sich Mehrfachbesteller gegenüber Erstbesteller verhalten.

Segmente selbst erstellen

Segmente können ganz einfach in Google Analytics erstellt werden. Dazu gibt es zwei Vorgehensweisen. Entweder werden die Segmente direkt in einem Report erstellt. Dabei kann mittels “Segment auswählen” und anschliessend mit Klick auf “Neues Segment” ein neues Segment nach den eigenen Vorstellungen erstellt werden.

Die andere Möglichkeit ist, in den Verwaltungen unter der Datenansicht den Menupunkt “Segmente” auswählen und anschliessend ebenfalls auf “Neues Segment” klicken. Die anschliessend sich öffnende Eingabemaske ist in beiden Varianten identisch.

Bestehende Segmente verwenden

Wenn du in den Reports ein bestehendes Segment hinzufügen möchtest, hast du in der Eingabemaske der Segmente mehrere Auswahlmöglichkeiten. Anbei die Auflistung und deren Funktionen:

  • Alle zeigt jedes Segment in deiner Liste.
  • System enthält die von Google bereitgestellten Standardsegmente.
  • Benutzerdefiniert enthält die von dir erstellten oder importierten Segmente.
  • Gemeinsam genutzte  enthält die Segmente, die du geteilt hast, oder mit dir geteilt wurden
  • Markierte beinhaltet die Segmente, die du mit einem gelben Stern als Favorit markiert hast.
  • Ausgewählte sind die Segmente, die du gerade betrachtest

Wie bereits erwähnt, die von Google bereitgestellten Segmente helfen bereits sehr, die Datenanalyse zu optimieren.

Remarketinglisten mittels Segmenten erstellen

Die Segmente sind sehr hilfreich bei der Analyse des Webtraffics und sind aus meiner Sicht zwingend notwendig, um aussagekräftige Analysen und daraus erfolgreiche Herleitungen zu treffen. So kann die Arbeit der Marketer und UX-Designer stetig verbessert werden. Und vor allem lässt sich so den Erfolg des Unternehmens bzw. der Website besser verstehen.

Doch Segmente können auch als Remarketinglisten genutzt werden. Wenn der Google Analytics Account mit einem AdWords-Account verknüpft ist, können in Google Analytics Zielgruppen angelegt werden. Wenn nun ein Segment als Zielgruppe dienen soll, so kann in der Reportansicht bei Segmenten in der Dropdown-Auswahl der Punkt “Zielgruppe aufbauen” ausgewählt werden. Anschliessend kommt die Eingabemaske der Zielgruppen, bei der das Segment bereits übernommen worden ist. Dies kann nun noch ergänzt oder wie es ist gespeichert werden. Anschliessend steht die Zielgruppe als Remarketingliste in Google AdWords zur Verfügung.

Diese Möglichkeit bietet ebenfalls unglaublich viele Anwendungsfälle, die diesen Beitrag zusätzlich sprengen würden. Aber ein Beispiel für so ein Segment, bzw. Zielgruppe können Nutzer sein, die einen Kauf getätigt haben. So können diese Personen in Google AdWords als Negativliste ausgewählt werden, damit nur Personen mit Werbung angegangen werden, welche noch keinen Kauf getätigt haben.

Kleiner Bonus

Damit du dich nicht mit RegEx herumschlagen musst um herauszufinden, wie Segmente mittels organischen Suchabfragen mit zwei, drei oder mehr Keywords erstellt werden können. Dies hab ich dir bereits abgenommen. Du kannst nur noch auf den Link klicken und die Segmente in deiner Google Analytics installation übernehmen.
https://analytics.google.com/analytics/web/template?uid=EbQDpptMSoiagTCpRRPRbA

Hast Du Fragen oder Anmerkungen zu den Segmenten, dann schreib diese in die Kommentare und ich werde schnellstmöglich antworten.